„Ghost Dog – Der Weg des Samurai“


Jim Jarmuschs 1999er „Ghost Dog – Der Weg des Samurai“ erzählt die Geschichte eines für die Mafia arbeitendenafroamerikanischen Auftragskillers mit dem Namen Ghost Dog (Forrest Whitaker), der sein Leben nach dem alten Ehrenkodex der Samurai lebt. Dieser sieht sich nach einer unautorisierten Handlung seines Auftragsgebers (John Tormey) dem ganzen Mafiaclan gegenübergestellt.

 

©Studiocanal

„Ghost Dog – Der Weg des Samurai“ dreht sich voll und ganz um seinen Protagonisten. Der „Samurai“ verschreibt sein Leben voll und ganz einem Ideal und führt sein Leben streng nach den Regeln eines Ehrenkodexes. Auf diese Weise zimmert sich der gesellschaftliche Außenseiter seine eigene Daseinsberechtigung. Dabei ist sein stetes Voranschreiten durch das von Jarmusch dreckig-schön inszenierte New York begleitet von einem hypnotischen Hip-Hop-Soundtrack (größtenteils von RZA) von einem Mord zum nächsten zu jederzeit nur auf das unausweichliche fixiert. Schritt für Schritt nähern wir uns dem Ende und somit auch der letzten Lektion im Hagakure.
Dieser Werdegang wird von Jarmusch als eine Art düstere Hip-Hop-Ballade gestaltet. Stellenweise poetisch schön, in seiner rauen Art und Weise. Ein Film, der einen ungeheuren Eindruck hinterlässt und sich voll und ganz auf seinen Charakter verlässt. Vielleicht einer der am besten geschriebenen Charaktere der letzten 20 Jahre. Der Charakter an sich ist für den Zuschauer nicht voll und ganz ergreifbar, doch indem er sich anhand seiner Samurai-Weisheiten das Leben herleitet und so mit einem allgegenwärtigen Bewusstsein für das was sein wird, durch das Leben geht, (scheinbar) ohne jede Furcht, ist er absolut beeindruckend und brennt sich in das Gedächtnis ein.


„Ghost Dog: The Way of Samurai“ bewegt sich zwischen den Genres, doch ist es keine Identitätslosigkeit, eine Unfähigkeit eine Entscheidung zu treffen, wo er sich einordnen möchte, sondern eine bewusste Entscheidung. Jarmusch lässt viel Platz für den Zuschauer sich selbst einen „Way of Samurai“ zu bahnen in der vielschichtigen Geschichte. Doch tatsächlich ist es folgendes was am Ende fest steht: Man sollte den Film gesehen haben. Man könnte gut an ihm Gefallen finden.

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