„Sieben“


Bereits mit dem Vorspann beweist David Fincher wiedermals, dass er der Meister für die Erzeugung wirklich bedrückender Atmosphäre ist! Und auch sonst fällt auf, dass sein Film Sieben wiedermals keine Lichtblicke in unsere Welt wirft, sondern nur die tiefsten Abgründe der menschlichen Seele reflektiert!

©Warner

 

Die Idee des Todsündenkillers und insbesondere die Umsetzung ist meisterhaft, was sich insbesondere in der Stilisierung des Filmes aufzeigt! Die Tatsache, dass Sieben wohl einer der härtesten Filme aller Zeiten ist, obwohl man selbst keine Gewalt sieht, steht für sich! Wenn man also als Zuschauer in expliziter Weise investigativ auf den Tatorten nach Beweisen sucht, schnürrt sich selbst dem Hartgesottensten die Kehle zu! Mit welchem Fokus auf Details man hier ans Werke gegangen ist, grenzt an Genialität die sich konsequent durch den Film zieht! Aber warum ist meine Euphorie so groß?

Es liegt wohl eben an Finchers Konsequenz und Kreativität, die kaum vergleichbar mit einem anderen Thriller ist! Ständig spüurt man die Intensität, wie zum Beispiel in der mittlerweile weltberühmten „What´s in the Box“ Szene, deren Spannung fast vom Sessel reißt oder der ungewöhnlich subtilen Inszenierung mit bestialischen düsteren Bildern! Zum einen trägt die Poesie einen großen Stellenwert und sind wohl der einzige Lichtblick im der stets von Regen durchtränkten statt! Wenn zum Beispiel Morgan Freeman, der mit Pitt ein starkes Leinwandduo abgibt, in eine Bibliothek geht und dabei die „Suite No. 3“ von Bach ertönt bewirkt das eine unheimlich gute Präsenz. Auch die Figuren sind Fincher nicht egal und so nimmt man Teil am hektischen Leben der Beiden und sieht, dass keiner nur eine Hülle ist.

Doch das eigentliche Meisterwerk gelingt ihm nach knapp 5 Minuten, wenn man bereits im Vorspann eine unfassbar gruselige Stimmung in kalten, düsteren und ekelhaften Bildern erzeugt, während man Closer von den Nine Inch Nails hört. Nach dem authentischen, verstarrenden Finale sieht man ebenfalls einen invertierten Abspann zu dem man „The Hearts Filthy Lesson“ von David Bowie hört. Und die Belehrung des Herzens spürt man zuvor ungeheuerlich. Ernest Hemingway sagt einmal „Die Welt ist so schön und wert, dass man um sie kämpft“. Doch auch nach Sieben muss ich Freemans Antwort bedingloslos zustimmen. Dem zweiten Teil stimme ich zu.

Sieben ist nichts geringeres als ein Meisterwerk und dürfte ebenso von der Atmosphäre, der Härte und der Inszenierung noch lange unerreicht bleiben oder anders gesagt. Versucht doch bitte mal einen spannenderen und düsteren Thriller aus den letzten 20 Jahren zu finden, der es auch nur im geringsten Falle würdig ist, mit Sieben auf eine Stufe gestellt zu werden. Lieblingsfilm Nummer 1.


 

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