„Wie der Wind sich hebt“


Hiermit verabschiedet sich also nun eine Legende. Hayao Miyazakis letzter Film handelt vom legendärsten Flugzeug Entwickler Japans Jiro Horikoshi (in der Englischen Synchro gesprochen von: Joseph Gordon-Levitt), seinem Schaffen, seinen Visionen und seiner großen Liebe Nahoko (Emily Blunt). Dabei kreuzt er immer zwischen Traum und Realität die Wege verschiedenster Menschen, die den Jungen Jiro nachhaltig beeinflussen und sich auf dessen Arbeit als Flugzeugentwickler.

the-wind-rises
©Universum Film

Miyazaki hat hier ein zweischneidiges Schwert geschaffen. Die Kontroverse um seinen Film, er stelle doch das Leben von Horikoshi, dessen Erfindung tausenden das Leben gekostet hat, viel zu schön da, ohne auf die Konsequenz einzugehen, ist heftig. Meiner Meinung nach zu heftig. Natürlich ist es bekannt, dass unsere Freunde im fernen Osten nicht gerade die Spitzenreiter in Aufklärung und Vergangenheitsbewältigung sind, doch im Prinzip legt der Film weniger Wert auf die Arbeit von Horikoshi als auf den Menschen, der er war. Dass solche Figuren, gerade aus düsterer Vergangenheit stammende, tatsächlich auch Menschen waren, wird heute viel zu oft vergessen, da man oft zu stark dämonisiert. Hierbei ist übrigens zu erwähnen, dass gerade in den USA, der Kriegsgegner Japans, der unter Horikoshis Erfindung am meisten zu leiden hatte, dieser Film sehr gut ankommt.

Übrigens gibt es im Film eine Szene, in der im Traum Horikoshis er neben Giovanni Battista Caproni, dem italienischen Flugzeugbauer gesprochen von Stanley Tucci, in der er bedauert, dass diese nie wieder zurückkehren werden. Beide konnten ihr ganzes Leben nur ausschließlich für die Armee und den Krieg bauen, ihre Erfindungen werden in sinnlosen Kämpfen zerstört und so müssen sie sich es selbst schön reden, es verdrängen, dass ihr ganzes Lebenswerk, dem sie so viel geopfert haben, im Krieg wieder zerstört wird. Doch genug der Worte, über den Aspekt des Krieges.
Die Bilder, sind wie immer, wunderschön gezeichnet. In den surrealen Momenten des Films in den Traumsequenzen bekommt man ein Gefühl vom Traum des Fliegens und was es bedeutet wenn der Wind sich hebt. Doch die für mich am gelungensten Szenen sind all jene, zwischen Jiro und Nahoko, die durch Traumhafte Bildkompositionen zum Highlight des Films werden. Besonders im Abschnitt des Films im sonderbaren Berghotel, wo der mysteriöse Castorp (gesprochen von Werner Herzog) auftritt referenziert Thomas Mann und dessen „Der Zauberberg“ auf eine Art und Weise, wie ich es von einem Ausländischen Film nie erwartet hätte.



 

Neben all der poetischen Schönheit, die der Film in manchen Momenten zu bieten hat, scheint dieser beim Schauen auch manche Minute zu lang. Gar zwanzig Minuten weniger hätten dem Film gut getan. Doch angesichts dessen, was einem im Kopf bleibt und was einen berührt, sind diese Szenen schnell in Vergessenheit geraten. Miyazakis letzter Film mag vielleicht nicht sein bester sein, doch eine kleine Perle ist es trotzdem, die für jeden Animefan ohnehin ein muss ist, und auch sonst einem jeden Freund des Kinos eine schöne Zeit beschert.


Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s