„Es war einmal in Amerika“


Once upon a time in america…
Sergio Leones letzter Film und sein wahrhaft größter.
GRÖSSER als „The Good, the Bad and the Ugly“
GRÖSSER als „Once Upon a Time in the West“
Und noch viel, viel GRÖSSER als jeder andere Film den ich kenne.
Würde ich die Worte Kino und Film für den Duden neu definieren müssen, so würde ich es mit dem Titel dieses Filmes tun.

Was Sergio Leone hier geschaffen hat übersteigt, ähnlich Kubricks wenig schwächeren Film „2001: Eine Odyssee im Weltraum“, das von mir komplett erfassbares. Man kann im Film erkennen, deuten, analysieren und interpretieren, man würde ständig neues finden – genau das zeichnet einen Klassiker ja auch aus.
Wie so oft vor Filmen, dieser Lauflänge habe ich mich auch vor dem dritten Mal schauen vor diesem Koloss an auf Zelluloid gebranntem gefürchtet, gefürchtet davor, dass er mich irgendwie langweilen könnte. Und ja man spürt jede Minute. Dieser Film ist ungewöhnlich langsam, selbst für die damalige Zeit lässt er sich ausgesprochen viel Zeit, für Geschichte und Charaktere, und trotzdem genieße ich jede einzelne Minute dieses Films. Selbst jede Sekunde der Intermission ist perfekt gewählt. Leone hat etwas Einmaliges vollbracht mit dieser Geschichte über Amerika.
Der Film ist Amerika.

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©Warner

(ab hier kleinere Spoiler, der Film zieht seine Wirkung jedoch nicht aus der Handlung)

Der Grundgedanke der Vereinigten Staaten, vom Tellerwäscher zum Millionär wird hier entzaubert. Das wohl bekannteste Bild des Films ist das, wenn die Jugendgang ihren ersten Erfolg feiert und der kleine Dominic vor ihnen herläuft und vor ihnen tanzt. Im Hintergrund die monumentale Anwesenheit der Brooklyn Bridge, die seit jeher das Symbol einer Brücke in ein besseres Leben ist. In diesem Bild steckt so viel Poesie und Wahres. In ihren Träumen und in ihrer Euphorie haben die Jungen, die Brücke in ein besseres Leben schon überquert, doch die Ernüchterung folgt bald…
Überhaupt geht es im ganzen Film darum diese Brücke zu schlagen. Und es ist nur eine, aus ihrem ganzen Viertel die es schaffen wird.
Deborah, die Engelsgleiche Deborah.
Sowohl von Jennifer Connely als auch von Elizabeth McGovern bezaubernd gespielt.
Während in der ersten Hälfte des Films die Jugendlichen, wenn sie durch die Straße hüpfen, sie immer in der Masse verloren gehen, ist es nur sie, auf die sich die Kamera dann wieder fokussiert. Sie ist das besondere. Sie allein und sonst keine. Sie ist Leones Madonna.
Die Jungen schlagen ihre Brücke, doch erreichen nie das andere Ufer.

Sergio Leone sagte einst, dass er einer bei der Premiere des Films anwesenden Frau gegenüber angedeutet hätte, dass der Film oder Teile des Films nur im Opiumrausch stattgefunden hätten. Ich habe es so interpretiert, dass lediglich die Episode in den 60er Jahren im Opiumrausch stattfindet. Noodles versucht in der Opiumhöhle mit seinem Verrat fertig zu werden. Deshalb dichtet er sich diese Zukunft so zusammen, wie er es gerne hätte. Er dichtet sich die Geschichte so hin, dass auch er und Max es geschafft haben, die Brücke zu schlagen, dass er nun der Verratene ist und nicht mehr der Verräter, dass Deborah ebenfalls keine Madonna ist sondern, wie alle anderen Frauen in seinem Leben, eine Hure, dass Max und er auch sie sich teilen würde, wie mit allen anderen Frauen in ihrem Leben.

„Es war einmal in Amerika“ ein italienischer Regisseur verfilmte nun endlich sein Herzensprojekt, an dem er seit 10 Jahren arbeitete. Mit einem hervorragenden Robert De Niro und ebenso guten Nebendarstellern schuf er mit einer DER großen Arbeiten seines Stammkomponisten Ennio Morricone einen Film, der mit nichts vergleichbar ist, was dieser Film-Enthusiast je gesehen hat.

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