„Short Term 12“


Habe ich eigentlich schonmal erwähnt, wie sehr ich das amerikanische Independentkino liebe? Short Term 12 ist dafür das perfekte Indiz, obwohl deutsche Fans nur zum Import greifen dürfen.

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©Edel Germany

So ist Short Term 12 also eine unfassbar kraftvolle Erzählung über eine Anstalt für Jugendliche mit Entwicklungsproblemen, in dessen Zentrum eindeutig der Mensch als gefühlvolles Individuum steht. Es ist eine Geschichte über das Gute und Böse im Leben, die schönen und schlechten Seiten des Lebens, um den puren Enthusiasmus der in uns allen verankert ist. Und so gelingt es dem Regisseur Destin Cretton jeder einzelnen Figur persönlichen Tiefgang zu verschaffen, indem er eine breite Vielfalt an Charakterzügen bietet.

Zwischen all der Tragik und Komik spielen vorallem die Menschen eine große Rolle, und wirklich jeder Darsteller spielt überaus gut, wenn auch Brie Larson schon fast oscarwürdig brilliert. Und genau so abwechselnd ist die Inszenatorik die oft mit bildhafter Schönheit glänzt, um dann urplötzlich tieftragisch werden. Short Term 12 amüsiert und rührt zu Tränen und das in perfekter Abwechslung und mit kraftvoller Emotionalität. Zwischen Tiefgang, Trauer und Aggression bleibt stets ein Funke, den wir als Lichtblick wahrnehmen, und der unser Leben zu neuem Glanze verschafft. Dieser Lichtblick reflektiert der Film in Form der wunderbar unverbrauchten Musik, die man ebenfalls als typisch Indie kategorisieren kann und der puren Authentizität, wenn zum Beispiel alle Kinder der Einrichtung für ein Mädchen mit Aggressionen Bilder malen.

Es sind eben die Geschichten aus unserem Alltag, die uns am meisten berühren und uns immer wieder zu Tränen rühren, aber so ist nun mal das Leben! Mal ist es wunderschön, sodass jeder ein breites Grinsen im Gesicht hat und mal ist es schwer tragisch, in denen sich schwere Zeiten ergeben und wir in tiefer Trauer sind. Short Term 12 ist ein Film aus dem Leben und spiegelt all diese Faktoren wieder. Er macht glücklich und betroffen, da man Identifikationen in den Figuren findet, die ruhige Inszenierung genug Zeit lässt, um jeden Charakter einzuführen und die Abgewogenheit zwischen Drama und Komödie perfekt funktioniert. So ist der Film niemals so lustig um in den Bereich des Klamauks zu gipfeln und niemals zu dramatisch um gleichzeitig kitschig zu werden. Das Indiekino hat mit Short Term 12 seine neue Messlatte gefunden! Ich liebe amerikanisches Independent-Kino einfach!


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