„47 Ronin“



Man nehme einen fernöstlichen Nationalepos, einen unmotivierten untalentierten Schauspieler, der seit Jahren keinen richtigen Erfolg mehr verbuchen kann, eine Brise Herr der Ringe und einen Teelöffel Fluch der Karibik sowie eine leichte Spur Samurai-Moral und Spiritualismus und heraus kommt ein langweiliger Hollywood-Blockbuster Möchtegern Epos à la „47 Ronin“.

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©Universal

Irgendwie will hier bei diesem Film so gar nichts zusammenpassen. Das Drehbuch ist unstimmig und in gewisser Weise, wenn es um die Charaktere geht, auch noch inkonsequent. Die Liebesgeschichte wirkt aufgesetzt und alle beteiligten handeln, wie Samurai eben handeln. Die Darsteller, denen jede charakterliche Basis genommen wurde, um sich noch irgendwie hervorzutun geben allerdings immer noch ihr bestes, außer Keanu Reeves, der in jeder Szene von jedem Charakter gnadenlos an die Wand gespielt wird. Sein Charakter, der uns Zuschauern aus dem Westen eine Art Bindeglied zur fernöstlichen Kultur sein soll, wirkt überflüssig und ist auch vollkommen irrelevant. So als gäbe es in „300“ einen weiteren nicht Spartaner, der alles viel besser kann als die eigentlichen Spartaner. Irgendwann finden ihn dann selbst die Drehbuchautoren und fokussieren sich – welch ein Glück – auf Oishi, den Anführer der Ronin im Film.

Obwohl der Film pompös ausgestattet ist, sind es vor allem die Animationen der Monster und Kreaturen, die viel zu wünschen übrig lassen. Alle sehen unecht aus, zu Computergeneriert. Und wieso braucht der Film diese Kreaturen noch mal? Reicht es mittlerweile nicht mehr, einen Film auf seinen bloßen (menschlichen) Charakteren beruhen zu lassen? Wäre eine Adaption des japanischen Sagenstoffes ohne Dämonen und Reeves nicht viel interessanter, dafür aber lieber mit ausgeklügelten Kampfchoreografien?
Doch leider stellt „47 Ronin“ einfach einen weiteren Missglückten Blockbuster dar, der sich viel zu sehr auf Schauwerte verlassen will, deshalb Charaktere und Story in den Hintergrund rückt. Das Peinliche aber, ist dass „47 Ronin“ bei all den CGI-Monstrositäten und Möglichkeiten Action zu bieten, auch noch über alle Maßen langweilig ist! Leider versagt „47 Ronin“ auf ganzer Linie und ist einfach nur schwach.

Bilder: moviepilot.de

Creative Commons Lizenzvertrag
Die 47 Ronin Review von Tim Erkert ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung 4.0 International Lizenz.

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