„RoboCop“


Über die Tatsache, ob Verhoeven´s Robocop eine Neuauflage verdient hat, lässt sich natürlich streiten! Fakt ist zumindest, dass der ständige Remakewahn nur ein Hinweis für mangelnde Kreativität in Hollywood ist.

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©Universal

Nun gut, einen positiven Aspekt hat die Neuverfilmung von RoboCop doch! Anlässlich der Effekte darf man sich hier zumindest richtig austoben auch wenn man glücklicherweise den Fokus nicht zu sehr auf Action gelegt hat, sondern zumindest augenscheinlich versucht, eine Geschichte zu erzählen und diese mit Emotionalität vollzupumpen. Dass das weniger gut geht dürfte schon im Vorfeld klar sein, dass man weder die Stilistik für Emotionen an Bord hat, noch die Schauspielerleistungen so souverän sind, um auch nur irgendwelche Gefühle beim Zuschauer erwecken zu können!

Sehr routiniert geht der Film seinen Weg, lässt kaum Platz für Dinge abseits der Geschichte und verpasst er es, Mitleid für den Robo zu erwecken, der nur noch katatonisch im Leben ist und keine Chance mehr hat, das Leben zu führen wie in früheren Zeiten! Joel Kinnaman ist dazu viel zu blass, was nicht an seiner weißen Metallverkleidung liegt, und wirkt zu Beginn eher unsympathisch als Hauptsubstanz des Filmes! Derweil sind auch fast alle anderen Rollen wie zu Klischeehaft und der Filmtwist so alt wie das Kino selbst! Es herrscht eine strikte Rollenverteilung, die es den Zuschauern nicht zulässt, wirklich einzigartig zu spielen! Gary Oldman als netter Doktor, Michael Keaton als Schmierfink und Samuel L. Jackson, der jedoch als Patriotismusfanatiker ordentlich abgeht sind allesamt ein Klischee! Aber nun gut, das war auch nicht das  Ziel des Filmes, sondern man wollte es einfach krachen lassen, was kläglicherweise gleich zu Beginn demonstriert wird!

Wenn sich mehrere Selbstmörder dem Märtyrerstyle opfern und dabei gleich zu Beginn eine gesamte Stadt zerlegen, löst das Geschehen eigentlich Hoffnung auf ein Dauerfeuerspektakel aus, jedoch ist RoboCop in seiner ersten Hälfte sehr ruhig, was nicht einmal richtig negativ ist, wenn die Eröffnung nicht so imposant gewesen wäre! Zumindest fängt sich RoboCop in der letzten Stunde und dreht ordentlich auf! Zwischen futuristischer Dubstepmucke und imposanter Action entsteht ein wohlwollendes Gefühl der Unterhaltung und damit schafft es RoboCop zwar nicht die Aggression oder die Blutrünstigkeit eines Verhoeven´s zu toppen, ist jedoch in der Action wie erhofft um Welten besser! Damit ist RoboCop zwar bei weitem kein richtig guter Film, in Anbetracht auf die heutige Remakewelle hätte es jedoch deutlich schlimmer kommen können!


 

Creative Commons Lizenzvertrag
Die RoboCop Review von Sean ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung 4.0 International Lizenz.

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