„The Wolf of Wall Street“


 

„My name is Jordan Belfort. The year I turned 26, I made 49 million dollars, which really pissed me off because it was three shy of a million a week.“An diesen Film hatte ich hohe Erwartungen. Immens hohe Erwartungen. Und sie wurden alle Übertroffen.

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©Universal

Ich, als großer Martin Scorsese Fan, war mir sicher, dass dieser Film etwas großes sein wird, doch im Endeffekt stellte sich eines heraus, eine Vermutung, die ich nach rund 30 Minuten Film hegte, nämlich „The Wolf of Wall Street“ ist sein absolut bester Film. Sogar noch besser als „Casino“, den ich schon richtig hart feierte.„The Wolf of Wall Street“ ist vor allem ein Film von einer unglaublichen Intensität. Die Struktur des Films ist wie ein einziger Rausch angelegt. Belforts Lieblingsdroge ist eine Tablette, die erst nach rund 15 Minuten ihre volle Wirkung entfaltet. Dann treten verschiedene Stadien des Rauschzustands ein in denen die Gefühle weit auseinander gehen und sich voneinander unterscheiden. Genauso, genau wie ein Drogenrausch, ist dieser Film aufgebaut. Er entwickelt sich langsam bis wir vollkommen high sind. Die Orgien der Wall Street, die wilden Partys, der Sex, der Alkohol, die pure Lust des Fleisches die Jordan Belfort aus seiner ständigen Gier nach Exzess und Genuss heraus veranstaltet entfalten all ihr Potential und so erleben wir typische Martin-Scorsese Szenen, aber eben auch untypische, so als hätte der altmeisterliche Regisseur selbst bewusstseinserweiternde Substanzen zu sich genommen.

Auch wenn ich hier nichts neues schreibe und in den Chor der Masse einstimme, so muss ich nun ernsthaft sagen, dass die Academy nun vollends jede Glaubwürdigkeit, alles was man noch in irgendeiner Form ernst nehmen konnte, verloren hat, denn diese Performance, die so virtuos gespielt ist und der man komödiantische Aspekte abgewinnen kann, die man selbst von einem Leonardo DiCaprio bis dato noch nicht kannte und dessen Leistung in diesem Film die beste männliche Leistung der letzten Jahre darstellt, nicht auszuzeichnen, grenzt an einen Frevel und der wichtigste Filmpreis der Welt, ist nichts weiter als eine Farce. Doch nicht nur DiCaprio spielt sich hier meisterlich um Kopf und Kragen, denn auch Jonah Hill, der fantastisch an Leos Seite passt, trumpft auf. Ohne sie unerwähnt lassen zu wollen, doch es sind einfach zu viele, möchte ich nun Stellvertretend für die Riege der Nebendarsteller in diesem Film noch Rob Reiner, den ich immer wieder gerne sehe, und Jon Bernthal, der sein Talent schon in „The Walking Dead“ zeigen konnte, nennen. Einfach ein Wahnsinns Cast.
Martin Scorsese liefert nach einer so langen und reichhaltigen Karriere mit diesem Film über Gier, Exzess, Rausch und vor allem Sucht, den wahrscheinlich stärksten Film seiner so langen Karriere ab. Mit Leonardo DiCaprio in einer grandiosen Hauptrolle, einem starken Drehbuch als Grundlage und filmischen Stilmitteln, bei denen mir so richtig einer abgeht, ist „The Wolf of Wall Street“ noch besser als der schon fantastische „Her“ von Spike Jonze (der hier übrigens auch eine kleine Rolle hat) und für mich der (bisher) beste Film des Jahres 2014!

„I am not gonna die sober!“


 

Creative Commons Lizenzvertrag
The Wolf of Wall Street Review von Tim Erkert ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung 4.0 International Lizenz.

3 Kommentare Gib deinen ab

  1. Ekstase! Ekstase! Ekstase! Im Expressionismus steckt häufig die intenstiveste Kunst.
    Schöner Beitrag, bei dem ich Dir in so gut wie jedem Punkt gerne zustimme!

    Wenn Du Humor hast: http://www.youtube.com/watch?v=BzpIB5TJ7LI
    Sehr lustig gemachter Trailer 😉

    Liebe Grüße,
    Steffi

    1. Sean sagt:

      Würde mir das Video gerne angucken Steffi, nur leider will mein Youtube zur Zeit nicht so wie ich das gerne hätte 😉

      Liebe Grüße Sean

    2. Tim sagt:

      Danke dir, liebe Steffi!

      Liebe Grüße,
      Tim

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