„A Million Ways to die in the West“


Seth McFarlane präsentiert uns mal wieder einen Film, der im Vorfeld nicht skuriller hätte angepriesen werden können. Die sture Vorstellung, ein Westernabenteuer zu sehen, in dem grundlos und aus Simplizität einfach Leute ums Leben kommen schien amüsant.

Und diese Tode zeigt er uns auch, nur bietet er abseits von diesem Feuerwerk aus purer Absurdität wenig Substanz. So bemüht McFarlane auch an die Sache herangeht und bereits im Vorspann das gute alte Westernkino wiederbelebt und die von Gewalt und Duellen getränkte Wüstenwelt aufsteigen lässt begeht er die selben Fehler wie in seinem Vorgängerfilm!

a-million-ways-e1401386487522
©Universal

In der ersten Hälfte ist A Million Ways to die in the West stumpfes Komödienkino, das durchaus zu amüsieren weiß, wenn man Fanatiker des McFarlane Humors ist. Wer über einen Mix aus Rassismus, Urin und Schwänze nicht lachen kann oder eskalierende Situationskomik, der ist wahrlich im falschen Film gelandet. Zumindest schaffte es McFarlane mich zu unterhalten mit seinem grenzdebilen Humor und zum Teil erstaunlich lustigen Todesfällen, die man zum Glück noch nicht alle im Trailer gesehen hat. Auch das Duo Theron und McFarlane können überzeugen auch wenn jeder Schauspieler nur auf solider Basis agiert. Auch die Anzahl an Cameos und Integration von McFarlanes Inspirationen sind amüsant und überraschen.

Doch in der zweiten Hälfte stellt sich der Film wohl selbst ein Bein, in dem er den Fokus einfach zu stark auf die resultierende Romanze legt und sich mit den Todesszenen ausgekaspert hat. Zumindest ist es dadurch äußerst fragwürdig, warum man für den Titel ein „A Million“ ausgewählt hat. Weniger enttäuschend wäre das Resultat bei einem „A Thousand“ gewesen! Dazu kommt der Fakt, dass der Film in seinen 115 Minuten wenig zu erzählen hat und sich dadurch besonders zum Ende äußerst zieht wie ein durchgekauter Kaugummi. 20 Minuten weniger wären zum Ende hin deutlich mehr gewesen. Einzelne Humorausrutscher wie zum Beispiel der Zoom auf einen zugeschissenen Hut kann man verzeihen, da man sich zum Glück nicht zu sehr in die Fäkal-Klamaukebene verrennt.

Der Film ist weder richtig gut, noch richtig schlecht! So kann man besonders die Deftigkeit der Gewalt und die derbe Aussprache deutlich befürworten, die wohl laut der deutschen FSK auch für Kinder ab 6 Jahren in Begleitung der Eltern akzeptabel ist, denn seien wir mal ehrlich.: Welches 6-jährige Kind hätte Schwierigkeiten damit, zerplätze Körper zu sehen und die Sexualkunde schon 8 Jahre früher zu haben?! Anderseits ist die Laufzeit viel zu lang und der Humor teils zu albern, sodass man am Ende einen Film vorliegen hat, den man nicht zwingend auf der großen Leinwand sehen muss, sondern der auch für einen DVD Abend reicht! McFarlane Fans bekommen zumindest das was sie wollen, denn wer guck sich denn schon einen McFarlane Film an, wenn man nicht auf den McFarlane Humor steht?


Bilder: ©moviepilot.de

Creative Commons Lizenzvertrag
Die „A Million Ways to die in the West“ Kritik von Sean Theumer ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung 4.0 International Lizenz.

Werbeanzeigen

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.