„All is Lost“


In „All is Lost“ geht es um einen Mann, dessen Boot kentert und der sich in Folge dessen verzweifelt um sein Leben kämpfen muss. Dieser Mann, exzellent gespiel von Robert Redford, erlebt aber entgegen den typischen Hollywoodkonventionen keinen Selbstfindungstrip und Regisseur Chandor gibt sich auch dem Naturkitsch nicht hin. Es geht hier allein um den Menschen.

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©Universum Film

Doch obwohl Robert Redford der einzige Darsteller im Film ist, gibt es noch einen zweiten Star, nämlich die Kameraarbeit von Frank G. DeMarco und Peter Zuccarini. Sie zeigt uns im einen Moment eine traumhafte Aufnahme von Unterwasser und ihm nächsten fängt sie wieder auf so betörende Weise, das von den Strapazen zermürbte Gesicht von Robert Redford ein. Hier werden keine Aufnahmen gefilmt, sondern Kunstwerke geschaffen. Untermalt werden eben diese Leinwandkunstwerke von dem absolut einzigartigen Score von Alex Ebert, der völlig zu Recht mit einem Globe für dieses musikalische Werk der Sonderklasse ausgezeichnet wurde. Ich hoffe doch sehr, dass wir von diesem jungen Komponisten viel hören werden.

Doch ich muss auch noch was bekritteln. Leider ist der Film an ein paar Stellen zäh. Vor allem in den ersten 30 Minuten baut er nur zögerlich Spannung auf und der Zuschauer ist anfangs noch arg distanziert, denn irgendwie scheint er sein ganzes Potential für die zweite Hälfte mit dem genialen Ende gespart zu haben. Denn da wird es dann wunderbar abstrakt. Auch wenn die meisten aufgrund fehlender Kenntnisse der Seefahrt, einige Handlungen unseres Hauptcharakters nicht verstehen werden, interessiert man sich immer mehr für ihn und man hofft, dass alles was er aus seiner Verzweiflung heraus tut, zum Erfolg und zur Rettung führt.
J.C. Chandor inszeniert mit seinem – vor allem in der zweiten Hälfte – packendem Hochseedrama eine faszinierende Charakterstudie über Einsamkeit und Überlebensinstikt ohne dabei zu kitschig und aufdringlich zu werden. Robert Redford ist einfach grandios und mittlerweile bin ich echt gespannt, ob Mathew McConaughey, der ja den Oscar gewann, für den Robert Redford mit dieser triumphalen Leistung noch nicht einmal nominiert war (!), diese Leistung noch übertreffen kann.


 

 

 

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Ein Kommentar Gib deinen ab

  1. franziska-t sagt:

    Wenn dir der Stil gefiel, aber der Film zu zäh war, dann empfehle ich dir LOCKE bzw. NO TURNING BACK (warum der deutsche Titel englisch ist, weiß kein Mensch). Tom Hardy spielt die Hauptrolle in diesem „Ein-Mann-Film“ und die Story gibt da wesentlich mehr her als ALL IS LOST.

    Hier ein bißchen Schleichwerbung in eigener Sache: https://filmkompass.wordpress.com/2014/07/17/locke-omu-2013/

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