„Zulu“



 

„Zulu“ hat in erster Linie zwei Stärken: Bloom und Whitaker. Während beide klischeebelastete Charaktere spielen, der eine den Looser und Frauenheld, aber wenn es darauf ankommt, dann immer noch der, der das richtige tut und seinen Partnern beisteht und der andere der geniale Ermittler, der sich bemüht seine Vergangenheit hinter sich zu lassen, von dieser aber dann dennoch eingeholt wird, schaffen sie es dennoch ihren Charakteren die nötige Tiefe einzuhauchen.

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©Universum

Beide kämpfen sich durch ein dreckiges und drogenabhängiges Kapstadt, mit der Apartheid-Thematik als ständigen Begleiter. Diese wird zwar manchmal in den Vordergrund gerückt und auch das ein oder andere Mandela-Zitat fällt, aber dann weiß der Film immer noch nicht ob er sich nicht lieber doch auf die Exploitation-Szenen verlassen soll, die vor Brutalität triefen.Und so verschenkt Regisseur Jérome Salle die Gelegenheit „Zulu“ zu dem zu machen, was der Streifen hätte werden können, nämlich einen politisch motivierten Thriller, der moderne Probleme in Südafrika aufzeigen will. Doch so verliert er sich im Fahrwasser von zig (Action-) Thrillern, die man schon zur Genüge gesehen hat, und scheitert auch daran, die anfangs gut aufgebaute Spannung über den ganzen Film aufrecht zu erhalten und dieser einen echten Höhepunkt zu verpassen.

Das Drehbuch des Films, das weder grottenschlecht ist, noch Gottes Geschenk an die Menschheit, schafft es vor allem den Darstellern, eine Basis, für die wie bereits erwähnten guten Leistungen zu bieten. Es liefert die nötigen Dialoge um die Verhältnisse der Charaktere untereinander und ihr Verhalten klar zu machen, doch bringt nicht die nötige Tiefe mit, was den Regisseur beinahe schon zum Versagen zwingt. Die musikalische Untermalung des Films, bleibt zwar nicht im Ohr, ist aber dezent und unaufdringlich und bringt es somit fertig, die düstere Stimmung des in sich kaputten Kapstadt einzufangen und sich mit den Bildern zusammenfügen zu lassen.

Alles in allem, kann man über „Zulu“ sagen was man will. Ein richtig schlechter Film sieht auf jeden Fall anders aus, aber der richtige Knaller des Jahres ist der Streifen definitiv auch nicht, denn eindeutig zu viel Potential wurde verschenkt. Dennoch lassen sich vor allem die beiden Hauptdarsteller in ihren Rollen sehen und über weite Strecken unterhält „Zulu“ auch.

„No brain, no pain.“

Creative Commons Lizenzvertrag
Die „Zulu“ Kritik von Tim Erkert ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung 4.0 International Lizenz.

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