„Die drei Musketiere“


Die drei Musketiere sind zurück auf der Leinwand – erstmals in 3D! Von den Allüren ihres Adlatus D’Artagnan (Logan Lerman) haben Athos (Matthew MacFadyen), Porthos (Ray Stevensen) und Aramis (Luke Evans) schnell die Veteranen-Nasen voll.

Bei Paul Anderson´s moderne Interpretation des Dumas Stoffes handelt es sich keinesfalls um ein Remake, sondern um eine Auffrischung der klassischen Geschichte. Regisseurtypische Elemente erblickt man schon ohne groß kritischen Blick in den ersten Minuten! Um eigentliche Längen etwas zu verdecken, setzt Anderson auch hier zuhauf auf verlangsamte Bilder, sowie genug Over the Top Elemente. Die stilistische Wirkung ist dabei leider sehr zwiespältig! Zum einen ist es äußerst amüsant protzhafte Schlachten von Luftschiffen zu beobachten, jedoch wirkt der typische Jovovich Sidekick lächerlich!


Es scheint so, als würde Paul Anderson wollen, dass Milla Jovovich aus der Alice (Resident Evil) Fabrik nicht mehr ausbrechen kann! Wenn sie sich gleich in ihrer ersten Kampfszene furious mit deplatzierter 360°-Schwertkampfchoreografie mit 2 Widersachern bekämpft, löst das lediglich ein Kopfschütteln aus! Auch sie wirkt mehr als deplatziert in der Rolle der Milady de Winter! Aus einem ursprünglich gedachten coolen Charakter wird ein trübender Fleck im Gesamtergebnis.

Dabei wirken alle Schauspieler überaus spaßig und diesen Spaß sieht man ihnen auch an! Besonders die Hauptprotagonisten, die Musketiere, bereiten großen Spaß, der gemeine Christoph Waltz funktioniert wie immer wunderbar und der überdrehte Mads Mikkelsen wirkt herrlich fies! Da es sich jedoch um eine deutsche Co-Produktion handelt, sieht man mehrmals deutsche Gesichter in kurzen Rollen! Dafür war den Machern wohl jedes Mittel recht, sodass man leider Gottes auch Nuschelkopf Til Schweiger bestaunen darf, der mit einer Mimik daherkommt, die genauso eindrucksvoll ist wie der einer Mandarine!

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©Constantin Film

Dafür funktionieren die Action-Sequenzen herrvoragend, auf wenn diese manchmal zu übertrieben daherkommen! In den Schwertkämpfen wunderbar, die Luftschiffschlachten anfangs amüsant, obwohl die Luft nach gewisser Zeit weg ist! Doch im Endprodukt merkt man die 111 Minuten spürbar! Zwischen all dem Krawall erzählt der Film nur eine völlig austauschbare und uninteressante Geschichte. Schade, 15-20 Minuten weniger währen letztendlich deutlich mehr gewesen!

Insgesamt bietet der Film jedoch nette Unterhaltung, die mal mehr oder weniger gelungen ist. Hätte man auf etwas weniger übertriebene Sidekicks gesetzt und das gesamte Spektrum nicht übermodernisiert, so hätte ein richtig gelungener Film enstehen können. So bleibt leider nur ganz nette Nachmittagsunterhaltung, oder in diesem Falle Abendunterhaltung, die man nicht ganz so ernst nehmen sollte!

5


Bilder: moviepilot.de, flicksandbites.com

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Creative Commons Lizenzvertrag
Die „Die 3 Musketiere“ Kritik von Sean Theumer ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung 4.0 International Lizenz.

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