„L.A. Confidential“


Los Angeles. Die Stadt der Engel und Teufel. Ein schimmerndes Paradies im stetigem Wandel und Aufschwung. Voll Stars und Sternchen, Abschaum und Verbrechern. Irgendwo dazwischen sind die Cops. Polizisten, die darum bemüht sind Gerechtigkeit zu üben, die irgendwie eine Balance sichern, zwischen Gut und Böse, zwei Instanzen die andauernd ineinander zu verschwimmen scheinen.

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©Warner

Polizisten, die nach ihren eigenen Regeln und Moralvorstellungen handeln.
Irgendwo in diesen Verwirrungen aus Gesetz, Gerechtigkeit und dem Gesicht, das man gegenüber der Presse wahren muss, finden sich drei Cops, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Ed Exley, der ambitionierte streng konforme Polizist, der unbedingt so werden will wie sein Vater trifft auf Bud White, der Gerechtigkeit will und diese auf seine eigene Weise herbeiführt und vor allem das genaue Gegenteil von seinem Vater sein will. Und irgendwo ist da auch noch das gewiefte Schlitzohr Jack Viencennes, der, stets auf seinen eigenen Vorteil bedacht, irgendwann doch sein Gewissen findet…
Russel Crowe, Guy Pearce und Kevin Spacey. Drei Charakterdarsteller, die selten stärker waren. Dazu noch Kim Basinger, Danny DeVito und James Cromwell in Rollen, wie sie sich ein Schauspieler wünscht.
Toll geschrieben, grandios geschrieben. Vielschichtig und dreidimensional. Mit Tiefe, Sinn und Verstand.
Allesamt glaubwürdig und auf ihre Art und Weise sympathisch! Dazu passen sie alle perfekt in die überaus spannende Geschichte, die zu keiner Zeit auch nur irgendwie überkonstruiert wirkt. Man rätselt und fiebert mit, den ganzen Film lang. Curtis Hanson, ein Meister der Spannung und des Spannungaufbaus.

Es ist ein Film über Licht und Schatten in der Stadt der Engel. Mit atemberaubenden Kulissen wird hier ein L.A. erschaffen. Dennoch wirkt es nicht in irgendeiner Form auf Hochglanz poliert. Das L.A. der 50er wirkt hier absolut wie eine lebendige Stadt. So als wäre der Film im Jahre 1952 gedreht worden.
Die Musik im Film von Jerry Goldsmith passt sich zu jeder Zeit dem Tempo des Films an und verpasst ihm den düsteren Touch, der den Film erst zu dem macht was er eigentlich ist.

Perfekt besetzt, außerordentlich atmosphärisch dicht und enorm spannend erzählt, sowie meisterhaft in Szene gesetzte ist „L.A. Confidential“ für mich der Inbegriff des Krimi/Thriller/Noir-Genres. Eine zeitlose Geschichte über die Fragen der Gerechtigkeit und Moral, politische Korruption und Verfälschung der Tatsachen die zu Recht ihren Status als einen der besten Filme der letzten 20 Jahre genießt. Wunderschön düster, atemberaubend brutal, finster optimistisch.

„How’s it gonna look in your report?“
„It’ll look like justice. That’s what the man got. Justice.“


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Creative Commons Lizenzvertrag
Die „L.A. Confidential“ Kritik von Tim Erkert ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung 4.0 International Lizenz.

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