„Stagecoach“


Obwohl „Stagecoach“ von John Ford ganz klare Schwächen hat, diente dieser Film doch ganz klar als einer der großen Wegbereiter für den Erfolg des Westerngenres, ohne dass wir wohl auf viele Filmperlen hätten verzichten müssen. Zudem war dieser Film auch maßgeblich für die Geburt eines neuen Stars verantwortlich: John Wayne. Er – sowie der zweite Star des Films: das Monument Valley – wurde über Nacht schlagartig weltweit bekannt. Es war der Beginn einer neuen Ära.

„There are a few things a man just can’t run away from“

©MGM
©MGM

„Stagecoach“ erzählt die Geschichte einer bunt zusammengewürfelten Reisegruppe um den Outlaw Ringo Kid, die mit ihrer Postkutsche durch gefährliches Indianergebiet reisen muss um an ihr Ziel zu gelangen. Dabei kommt es immer wieder zu Konflikten zwischen den verschiedenen Charaktertypen. John Ford geht es hier vor allem darum Eigenschaften in den krassen Kontrast zum sozialen Stand zu stellen. Bei ihm sind es die Gesellschaftliche Underdogs, die die Sympathien tragen. Der Outlaw, die Hure und der Säufer, sie sollen uns sympathisch sein. Diese Umkehrung gelingt Ford auch sehr gut. Er nimmt sich viel Zeit (manchmal vielleicht auch schon etwas zu viel Zeit) um die Charaktere zu beleuchten und uns vor zu stellen. Über weite Strecken wirkt das ganze sogar nicht mehr wie ein Western.

Doch dann kommt es zum Angriff blutrünstiger, wilder Indianerhorden und die Postkutsche wird verfolgt. Diese Jagd ist fein inszeniert. Schnelle Montagen, hervorragende Stunts – und das ohne CGI!. Es ist spannend und man fiebert mit. Ford gelingt es, dass der Zuschauer über das größte Manko des Films hinweg sieht: die Darstellung der Indianer. Die Motive der Ureinwohner Amerikas werden nicht näher beleuchtet. Sie sind auf blutrünstige Barbaren reduziert, die von der puren Lust am Morden vorangetrieben werden. Nur wenn man sie tötet, kann man überleben und als unsere Reisegruppe an dieser Aufgabe zu versagen scheint, ja dann kommt die Kavallerie zur Hilfe…

Man sollte Ford für diesen Film danken, war er doch ein Wegbereiter vieler weiterer großer Western, doch dennoch darf man nicht vergessen, den Film mit einem differenzierten Auge zu betrachten. Man sollte nie vergessen, dass besonders im klassischen amerikanischen Western den Indianern in ihrer Darstellung Unrecht getan wurde – so auch hier. „Stagecoach“ schafft es aber zu unterhalten und ist inszenatorisch grandios.

Bilder: cinedat.org

 

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